Übersicht über das wissenschaftliche Konzept
Die folgenden Schritte sind in der Abbildung dargestellt:
- Bestimmung des Untersuchungsrahmens: Auf Grundlage des Wasserbedarfsmodells werden die Stakeholder über den Wasserbedarf der SWB informiert, Bedenken und Anregungen werden aufgenommen, diskutiert und protokolliert. Zielkonflikte werden thematisiert. Darauf basierend wird am Runden Tisch ein Fragenkatalog erstellt, der durch die Modellierung beantwortet werden soll.
- Parametrisierung: Das lokale Wissen der Stakeholder wird in die Abfrage nach relevanten Parametern einbezogen. Der Runde Tisch wird über die angestrebte Parametrisierung informiert und ggf. wird eine Neubewertung von Parametern vorgenommen bzw. deren Gewichtung geändert.
- Kalibrierung: Anhand von Ereignissen, die in der von den lokalen Stakeholdern überschaubaren Zeit aufgetreten sind, kann das Modell kalibriert werden. Dazu werden mit dem Modell zu relevanten Ereignissen, die die Wasserbilanz betreffen (Hochwasser, Starkregen, Dürreperioden) Rückwärtsberechnungen durchgeführt, die dann unabhängig mit den Erfahrungen der Stake-holder abgeglichen werden. Basierend auf diesen Vergleichen kann das Modell in seiner räumlichen Auflösung kalibriert werden.
- Validierung: Die Validierung erfolgt durch Vorwärtsberechnungen von Wasserbilanzereignissen im Projektverlauf. Diese werden am Runden Tisch diskutiert, der bei besonderen Wasserbilanz Ereignissen (Trockenfallen von Flächen, anstehendem Grundwasser nach Starkregen usw.) außerplanmäßig einberufen wird. Können solche Ereignisse durch das Modell vorhergesagt werden, kann die Funktionsfähigkeit des Modellansatzes für die Umweltauswirkungen Wassermanagementmaßnahmen der Stadtwerke als gesichert angenommen werden.
Die partizipative Modellierung dient vier Zielen:
- der Qualitätssicherung der Modellierung durch lokales Wissen,
- der Identifizierung und Lösung von möglichen Zielkonflikten zwischen Wasserwirtschaft, Natur- und Ar-tenschutz,
- dem Aufbau des Vertrauens zwischen lokalen Stakeholdern und Wissenschaftler*innen des Projektes
- der Anschlussfähigkeit der Projektergebnisse, indem diese Konflikte im Laufe des Projektes aufgelöst werden.
Durch die Einbindung eines Beirates, dem auch andere Wasserversorgungsunternehmen aber auch das Technologiezentrum Wasser sowie das Bundesamt für Naturschutz angehören, werden gezielt Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Praxis auch anderer Regionen und Interessenslagen eingebunden. Die Durchführung dieses Projekt soll dazu dienen, exemplarisch auch auf andere Wasserversorgungsunternehmen übertragbar zu sein.
